Als Wiener Ureinwohner kommt man schon mal in die Nähe vom Figlmüller. Einem Lokal im Zentrum Wien, das nach eigenen Angaben “Das berühmteste Schnitzel Wiens” verkauft.
Kann man mir bitte sagen, wer diese Berühmtheit erhoben und woran sich diese festmacht? Nebenbei sollten sich Touristen, die es nun in die Wollzeile zieht, ins Gedächtnis rufen, dass Berühmtheit nichts über die Qualtiät aussagt. Der Duft französischer Pissoirs sollen ja auch berühmt gewesen sein.
Auf jeden Fall ist es erschreckend, dass ein mit einem Bröselteppich zu Tode gepresstes Kalbsschnitzel mit irgendeinem Superlativ bedacht wird. Vor allem sei den Herren in der dortigen Küche ins Kochbuch geschrieben, dass ein echt gutes Wiener Schnitzel souffliert zu sein hat. Dabei werden die Eier der Panier mit einer Gabel nur „schlampig“ verschlagen. Dieser Trick sorgt dafür, dass die Panier beim Backen schön aufgeht, „souffliert“.
Überhaupt erzählte mir ein Taxifahrer vor Kurzem, es gäbe nur ein Land, in dem man wirklich gute Wiener Schnitzel essen könne. Nämlich Israel.
Und da wir gerade beim Tourifallen-Bashing sind: Ich finde die originale Sachertorte beim Sacher unerträglich süß, der ich die Fließbandproduktion mit verbundenen Augen ansehe.
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