Ja, das Chaos in der SPÖ in Sachen Strachebilder geht weiter. Eine kurze Chronologie:
Von Strache tauchen Bilder auf, die ihm beim Wehrmachtsübungsgotchaspielen zeigen.
SPÖ-Chef Gusenbauer meint, er “möchte niemanden in Österreich, aus Dingen, die er in seiner Jugendzeit gemacht hat, einen Strick drehen”. Wichtig wäre, wie er heute dazu steht.
SPÖ-Klubobmann Josef Cap springt mit der Aussage bei, es gäbe ja auch Filmdokumente über Joschka Fischer wie er auf einen Polizisten einschlägt.
Ein Aufschrei von SPÖ-Altvorderen (Vranitzky, Leon Zelman, …)
Bilder von Strache tauchen auf, die ihn bei einem Kühnengruß zeigen.
Rufe nach Distanzierung werden laut.
Strache gibt eine Pressekonferenz und gibt das ab, was er für eine Distanzierung hält und zeigt gleichzeitig ein Foto von Staatssekretär Finz (ÖVP) und einer Person, die dem Neonazi Küssel sehr ähnlich sieht.
SPÖ-Klubobmann Cap gibt darauf hin bekannt, dass sich Strache von Nationalsozialismus, Rassismus und Totalitarismus distanziert und sich zur Republik Österreich, Demokratie und Verfassung bekannt habe. Damit habe der FP-Chef für jene Klarheit gesorgt, welche die SPÖ eingefordert habe.
Gusenbauer noch am gleichen Tag zum “Kurier”: “Strache hat gestern die Gelegenheit versäumt, sich davon zu distanzieren.” Er findet daher die Erklärung des FPÖ-Chefs “nicht ausreichend”.
Gusenbauer noch am gleichen Tag zur “Zeit im Bild”: Der Vergleich der österreichischen Medienlandschaft mit dem (Nazi-Hetzblatt Anm. d. Verf.) Stürmer entwerte die Distanzierungserklärung Straches, die sonst in Ordnung gewesen sei.
Diese Verhaltensweise Gusenbauers unter Druck in Sachen Kommunikation ständig orientierungslos herumzurudern und diesen Umstand durch unqualifizierte Äußerungen auch noch gewissermaßen “herauszubrüllen”, ist offensichtlich eine ganz persönliche Schwäche unseres Bundeskanzlers, von der er nicht lassen kann.
Bei keinem Politiker kann man jenes Zitat deutlicher in Aktion sehen, das man gemeinhin Adenauer zuschreibt: “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern”.
Kriegt die SPÖ ihr Kommunikationsproblem nicht raschest in den Griff, dann dürfen wir uns auf weitere Fettnäpfchenweithüpfspitzenleistungen Gusenbauers gefasst machen. Und erschreckender Weise wird er dabei durch den ehemals cleveren “Politik-Fuchs” Cap unterstützt.