Umverteilung und der Kopf im Sand

In letzter Zeit ist in Österreich wieder mal die Umverteilungsdebatte aktuell.

Die ÖVP möchte ein Transferkonto einrichten, um "Klarheit und Transparenz" bei Sozialleistungen zu erhalten. Vater dieses Transferkontos, Finanzminister Pröll möchte nur "ganz bescheiden wissen, wer, wo, was, warum".

Die SPÖ, patschert wie immer, glaubt anstatt mit Sachargumenten mit dem Argument "dann aber für alle - auch für Bauern und Wirtschaft und [insert ÖVP-Klientel here]" die Idee abwehren zu können und fängt sich sofort eine "Uns solls recht sein"-Retourkutsche ein.

Profil-Leitartikler Christian Rainer argumentiert sich im aktuellen Profil sogar noch ein "Vermögenskonto" zusammen und erhöht damit gleich den Pot im Überwachungsstaatspoker. Im nächsten Profil fordert er vermutlich auch Arbeitsstunden- oder Kalorien-Konten.

Neben den Fürsprechern gibt es auch Kritiker: von nebulösen "Neid-Debatten" wird geredet (Neid existiert einfach, der wird nicht debattiert) oder dass derartige Konten nur eine Vorstufe zur Kürzung staatlicher Leistungen seien.

Also zu allererst schockiert mich die Tatsache, dass der Finanzminister derartige "Konten" benötigt, um zu wissen, wer, wo, was, warum. Vor allem, erschließt sich mir nicht ganz deren Sinn. Was genau ändert sich, wenn es jetzt individualisierte Konten gibt? Ansprüche auf Transfergelder "sollen" ja nicht eingeschränkt werden und ich gehe mal davon aus, dass sämtliche Staatsleistungen an eine Reihe von Voraussetzungen und Überprüfungen geknüpft sind.

Der Erkenntnisgewinn wäre also gleich Null, wenn man Aufwendungen des Staates auf Einzelpersonen "herunterbrechen" würde, außer dass man jetzt sagen könnte, das Familieneinkommen von Familie A besteht zu 44 % aus Transferleistungen. Transferleistungen, die selbstverständlich zurecht bezogen werden. Ja, auch hier gilt die Unschuldsvermutung - und zwar nicht im ironischen Sinne.

Dass in Zeiten des Sparens ein Finanzminister ein Projekt derartiger Größe durchzieht und finanziert (wir erinnern uns ungerne an all die öffentlichen Ausschreibungen, bei denen Millionen verbrannt werden oder in die Taschen sogenannter Lobbyisten wandern), ohne, dass er sich danach zumindest diese Kosten wieder hereinholen möchte, traue ich Josef Pröll nicht zu. Also kann man (so oder so) von einer Mehrbelastung des Steuerzahlers ausgehen: Entweder werden ihm Transferleistungen gestrichen oder er finanziert ein sinnloses Statistiktool.

Jetzt ist aber interessanterweise die Diskussion im Moment noch auf die Auseinandersetzung: "Zahlensammeln" vs. "Neiddebatte" vs. "Steuererhöung" reduziert. Dabei geht es in Wirklichkeit um mehr.

Wenn man der Werbung einer österreichischen Bank trauen darf, dann sind wir die siebentreichste Nation ... o.k. ... das mit der Bank war eine dumme Idee ... also laut Wikipedia (ja, eine bessere Idee, wenn man die entsprechenden Quellen verifizieren kann) rangiert Österreich prominent unter den Reichsten Ländern, je nach Quelle zwischen Rang 8 und 15.

Und trotzdem (siehe dazu den etwas reißerischen Bericht im aktuellen Profil), scheinen eine Vielzahl von Haushalten darauf angewiesen zu sein, in diesem reichen Land Transferleistungen zu erhalten, um österreichwürdig leben zu können.

Für mich ist diese Umverteilungsdebatte schlichtweg der hilflose Versuch einer viel rudimentäreren Debatte auszuweichen. Nämlich jener, ob unser gegenwärtiges Wirtschafssystem so noch weitere 10 Jahre funktionieren kann. Ein Wirtschaftssystem (egal wie wir es benennen wollen), dass ganz offensichtlich zu einer dramatischen Ungleichbehandlung der Beteiligten führt.

Ich möchte jetzt nicht die vielen Statistiken aufführen, die darlegen, wieviel Prozent Einkommen/Reichtum wievielen Prozent der Bevölkerung gehören. Auch finde ich es müssig nochmals darauf hinzuweisen, dass Verluste von Banken offensichtlich verstaatlich, während deren Gewinne privatisiert werden. Mache es aber, wie man sieht, doch noch ;-).

Leider versucht man derzeit noch mit der angesprochenen "Neid-Debatte" die Reihen dicht zu halten und in Diskussionsforen in "Qualitätszeitungen" streiten sich anlässlich der Lehrerdebatte die Beteiligten darüber, wer der bravere "Lohndiener sei". Gemessen natürlich an unbezahlten Überstunden, geschenkten Urlauben, Tragen von unternehmerischen Risken und kritiklosem Kuschen vor Vorgesetzten.

Wie lange wir wohl noch darauf warten werden müssen, bis die wirklich notwendige Diskussion auf Politikebene beginnt ...

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Viennale 2009

Da ja immer ein riesiges Interesse daran besteht, welche Viennale Filme ich mir gerne ansehen möchte (*gggg*), hier meine Auswahl für dieses Jahr:

Zum Vergleich
Why: I mag Farocki (Regisseur)
Dokumentarfilm
Filminfos: http://www.viennale.at/deutsch/programm/filme/3164.shtml

Moon
Why: Endlich mal Science Fiction! Critical Acclaimed

Filminfos: http://www.viennale.at/deutsch/programm/filme/3352.shtml

Artists and Models
Why: Dean Martin mal im KINO zu sehen, hat sicher was

Filminfos: http://www.viennale.at/deutsch/programm/filme/3112.shtml

Bad Lieutenant
Why: Harvey Keitel als korrupter Bulle!!

Filminfos: http://www.viennale.at/deutsch/programm/filme/3305.shtml

Überraschungsfilm
Why: Alles in Allem waren Überraschungsfilme meistens gut bis sehr gut
Filminfos: http://www.viennale.at/deutsch/programm/filme/3420.shtml

Black Dynamite
Why: The Trailer tells it all! 70er!!!!

Filminfos: http://www.viennale.at/deutsch/programm/filme/3356.shtml

A Serious Man
Why: Der neue Coen.

Filminfos: http://www.viennale.at/deutsch/programm/filme/3311.shtml

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Es wird Änderungen geben

bald.

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ORF-Dilletantismus II

Irgendwie scheint es mir, der ORF ist aufgrund seiner Identitätssuche in letzter Zeit noch wirrer unterwegs, als wir ihn kennen.

Unverständlich eigentlich, dass ein derart mit finanziellen, personellen und politischen Mitteln ausgestatteter Sender dermaßen dilletantische Arbeit abliefert.

Gerade war ein sich offensichtlich als "kritisch" verstehender Report-Beitrag zum Thema "Geheimdienste" zu sehen ... die "Macher" waren jedenfalls hin und weg, dass die Geheimdienste keine näheren Auskünfte über ihr Tun im österreichischen Fernsehn verbreiten wollten. Wie unverständlich!

Wer macht eigentlich derartige Magazin-Beiträge? Praktikanten? Volksschüler? ORF-Zentrums-Besucher? Und natürlich halte ich jede Wette, wenn die interviewten Herren in dem Beitrag auskunftsfreudiger gewesen wären, hätten wir uns über einen "Nichts geheim bei den Geheimdiensten"-Beitrag freuen können.

Und nebenbei ... wer bitte ist auf die Idee gekommen, im Wirtschaftsmagazin (!) des ORF das Thema Derivate von Handpuppen-Pinguinen im Stile der Sendung mit der Maus zu erklären? Traut man den Sehern dieses Magazins nicht zu, eine handpuppenlose Erklärung zu verstehen?

Irgendwie hatte ich früher ein Eindruck, beim ORF und seinen Machern ernster genommen zu werden .. jetzt scheint oberflächlichliche Unterhaltung, Kritik oder Dramatisierung im Vordergrund zu stehen.

Gleich kommt ein Beitrag zum Thema "Schweinegrippe" ... 121 Fälle soll es in Österreich bislang gegeben haben .. ich befürchte Schlimmes ...

[20 Minuten später ...]

Ahja, gefährlich ist das Virus deshalb, weil jeder "zum ersten Mal" davon betroffen wäre und weil er großen wirtschaftlichen Schaden verursacht, wenn so viele Leute krank sind ... ich bin dafür, man sollten diesen Personen nichts von der "echten Grippe" erzählen ...

Daran erkranken nämlich rund 380.000 Menschen .. und davon sterben zwischen 1.000 und 2.000 Betroffene ... jährlich!

Schlimm was Sommerloch, Dramatisierungswahn und Pressesprecher von Pharmaunternehmen alles anrichten können ...

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ORF-Dilletantismus

Kommt nur mir das so vor, oder wird das selbstfabrizierte Programm vom ORF nur noch dilletantisch heruntergenudelt?

Die Sendungsminuten, in denen Moderatoren oder "Anchor(wo)men" hilflos herumstottern, erscheinen mir erschreckend zuzunehmen. Spätestens nach dem dritten Satz in Folge gibts plötzliche Formulierungen, die keinerlei grammatischen Sinn mehr machen - gepaart mit merkwürdigen "Dramatisierungen", um vermeintlichen Pepp in eine lahme Story zu bringen.

Sicher es gibt Ausnahmen, aber irgendwie kommt es mir so vor, als wäre dieses sinnlose Gestammel im Vormarsch. Ändern bitte. Danke.

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Österreichischer Telemedialer Wahnsinn

Thomas Hornauer, ehemaliger 0190er-Nummer Betreiber und Masturbations-Filmer hat in Österreich offenbar die Lizenz erhalten, seinen schwindeligen Eso-"Sender" Kanal Telemedial zu betreiben.

Jetzt gibts viel zu diesem Thema zu sagen, aber dazu gibt es Berufenere (sehr amüsant übrigens). Aber wer mal in diesen bizarren Wahn- und Schwachsinn reinhören möchte, dem sei erstens heftigst dafür gratuliert und zweitens hier die Möglichkeit dazu gegeben.

Ahja, die Kommentare zum verlinkten Artikel sind sehr lesenswert :-)

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CNN fragt: Iran's Election Violence ...

... possible opportunity for US?

Und zwar in einem seiner vielen Inserts am unteren Bildrand.

Ich mein .. gehts noch???

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